Kino mit Horizont

♦ DVD: Faszination Universum. Eine Entdeckungsreise in ferne Welten, (Englisch/Deutsch), Institut für Glaube und Wissenschaft 2012.

In Deutschland haben sich Theologie und Naturwissenschaft häufig nichts mehr zu sagen. Dieses Schweigen zwischen den Wissenschaften wirkt sich bis ins Alltagsleben aus: Naturwissenschaftlich zu denken und gleichzeitig an Gott zu glauben, erscheint den meisten Menschen in Deutschland als absoluter Widerspruch. Im englischen Sprachraum ist die Situation eine völlig andere: Dort diskutieren Naturwissenschaftler selbstverständlich mit Philosophen und Theologen über den Ursprung des Universums. Die vorliegende DVD liefert beeindruckende Bilder aus den Weiten des Weltraums und stellt die aktuellen physikalischen Theorien vor. Dreh- und Angelpunkt der Argumentation ist das Staunen darüber, dass die „Einstellungen“ der Naturgesetze so präzise erscheinen, als stünde ein Sinn dahinter. Würde sich das Universum nur einen Tick schneller oder langsamer ausdehnen, gäbe es keine Sterne und keine Planeten (die Fliehkräfte wären höher als die Schwerkraft bzw. die Schwerkraft würde alle Materie wieder auf einen Punkt zusammenziehen) und somit letztlich auch kein Leben. Anhand dieser und weiterer scheinbar sinnvoller „Einstellungen“ beginnt auch der Laie, über das Universum im Allgemeinen und das Leben auf der Erde im Besonderen zu staunen. Ob man die scheinbar lebensbejahenden Parameter des Universums und der Erde als Zufall deutet („riesiger Lottogewinn“) oder dahinter einen intelligenten Schöpfer-Gott am Werke sieht, das ist wissenschaftlich nicht zu entscheiden, das betonen die Autoren ausdrücklich. Aber unlogisch ist es nicht, hinter einem derartig passgenauen Universum einen intelligenten Schöpfer zu vermuten.

♦ DVD: Das Leben des Heiligen Augustinus. Die Suche nach der Wahrheit. Die Suche nach Gott, Polyband Medien München 2011, FSK 12.

Hippo in Nordafrika, 430 nach Christus: In der von den Vandalen belagerten Stadt erwarten die römischen Bürger ihr Schicksal. Geistliche und weltliche Macht stehen sich unversöhnlich gegenüber. Der Statthalter Valerius will die militärische Auseinandersetzung, während Augustinus für Friedensverhandlungen plädiert. Augustinus möchte Fabius, den römischen Offizier, überzeugen, sich nicht sinnlos zu opfern und erzählt ihm seine Geschichte... Als ehrgeiziger junger Mann entwickelt er sich zu einem großen Redner und Anwalt. Aus einfachen Verhältnissen stammend verkehrt er nun in der spätrömisch-dekadenten High Society. Er wird zum abgeklärten Zyniker. Seine rastlose Seele sucht immer neue sinnliche Reize, um die innere Leere zu füllen. Augustinus befindet sich lange Zeit auf der Suche, bis ihm schließlich ein Schlüsselereignis die Augen öffnet. Ein mitreißendes und tiefgründiges Drama über Recht und Unrecht, über Wahrheit und Zynismus - über die Suche nach Gott.

♦ DVD: Luther. Er veränderte die Welt für immer, Universal Pictures Germany Hamburg 2004, FSK 12.

Anno 1505: Der junge Martin Luther gerät in ein schreckliches Unwetter und wird fast vom Blitz erschlagen. Dieses einschneidende Erlebnis veranlasst ihn, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen. 1510 beginnt er in Wittenberg mit dem Theologiestudium. Als er im Jahre 1517 aus Protest gegen den von Papst Leo X. initiierten Ablasshandel seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche schlägt, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu. Vom Papst exkommuniziert und vom Kaiser geächtet, weigert sich der zum Ketzer erklärte Luther standhaft, seine Thesen zu widerrufen, und erkennt nur die Bibel als Autorität an. Regisseur Eric Till versteht es, mit eindrucksvollen Bildern einen Einblick in diese Zeit epochaler Veränderungen zu gewähren.

Lutherfilme. Sonntags-Maler Hans Hentschel zeichnet die Geschichte von Martin Luther

Teil 1 - Die Taufe
1483 wird Martin Luther geboren. Am 11. November erinnert man sich in der Kirche an Martin von Tours. Ein Bettler bittet ihn um Hilfe und Martin gibt einen Teil seines Mantels ab. Nach ihm ist der kleine Martin benannt.

Teil 2 - Luther wird Mönch
Um Martin herum wird es plötzlich dunkel. Der Baum neben ihm sieht gespenstisch aus. Die Blitze zucken. Da erinnert er sich, dass er beten kann. Er betet zur heiligen St. Anna und wird gerettet. Danach muss er zu Hause seinem Vater beichten, dass er nicht Jurist, sondern Mönch werden will.

Teil 3 - Martin Luther bringt den Engeln deutsch bei
Martin Luther bringt den Engeln die deutsche Sprache bei. Der Reformator ist so etwas gewesen, wie Bob Dylan für die Friedensbewegung. Er hat ein deutsches Gesangbuch erfunden und den Gesang der Engel den Menschen zugänglich gemacht.

Teil 4 - Luther sucht einen gnädigen Gott
Martin Luther sucht einen gnädigen Gott und geht dafür ins Kloster. Betteln und beten, Klo putzen und nach Rom pilgern: Der Reformator versucht alles... - und muss doch am Ende erkennen, dass Gott nicht hinter Klostermauern zu finden ist.

Teil 5 - Grüne Welle für den Himmel
Inzwischen ist Martin Luther Professor für Bibelwissenschaften, doch noch immer hat er Angst vor Tod und Teufel. Im Turm des „Schwarzen Klosters“ in Wittenberg hat er schließlich einen Geistesblitz und erkennt: Angstmacher müssen draußen bleiben!

Teil 6 - Kein Geschäft mit Gott
Der Papst plant einen pompösen Kirchenbau und schickt Ablassprediger los, um Geld zu sammeln. Daraufhin veröffentlicht der Mönch Martin Luther 95 Thesen und zeigt der Kirche, dass sie in vielen Bereichen ihrer Lehre falsch liegt.

Teil 7 - Himmel und Hölle nochmal
Was Martin Luther über Himmel und Hölle lehrte und dachte.

Teil 8 - Hier stehe ich ...
Über die sozialen Medien seiner Zeit verbreitet sich die Nachricht: Der Luther ist tot! Was war geschehen? Papst und Kirche hatten sich furchtbar über die Kritik Luthers geärgert. Darum wurde er zum Reichstag in Worms vorgeladen, verhört und verurteilt.

Teil 9 - Auf der Wartburg
Ein geheimnisvoller Gast, ein Versteck auf einer Burg, Anschläge des Teufels und dann auch noch Magen-Darm-Beschwerden - Luther erlebt so manches auf der Wartburg. Vor allem schreibt er Geschichte.

Teil 10 - Katharina
Er nennt sie liebevoll „Herr Käthe“ und würde sie „nicht gegen Venedig und Frankreich zusammen eintauschen“: Mit Katharina von Bora tritt eine bemerkenswerte Frau in Luthers Leben.

Teil 11 - Die dunkle Seite Luthers
Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Das gilt auch für Martin Luther, wenn er gegen die Juden und gegen die Bauern hetzt. In seinem Eifer verrennt sich Luther wie ein wild gewordener Stier - und vergisst darüber die Gnade.

Teil 12 - Luther geht, Protestanten kommen
Auf einem Reichstag stritten die Fürsten gegen Kaiser und Papst und für Martin Luther. Als der Reformator stirbt, hinterlässt er eine „evangelische“ Kirche - und Christen, die ihrem Gewissen folgen und zu „Protestanten“ werden.

♦ DVD: Jakob Hutter. Gemeinsam glauben trotz Verfolgung, SCM Hänssler Holzgerlingen 2010, FSK 12.

Jakob Hutter gehört zu den tragenden Persönlichkeiten der Täuferbewegung. Die skandalösen Umtriebe der herrschenden Klasse und der katholischen Kirche veranlassten ihn dazu, selbst nach dem richtigen Weg im Glauben an Gott zu suchen. Zentral wurde für ihn die Bergpredigt, sodass er auf die Verfolgungen seiner Gemeinde nicht mit Gewalt, sondern mit Flucht reagierte. Der Film richtet sich an theologisch interessierte Zuschauer. Die Spielfilmszenen sind gut gemeint, aber häufig doch recht einfach realisiert.

♦ DVD: Stille Nacht. Eine wahre Weihnachtsgeschichte, Polyband Medien München 2014, FSK 0.

1817 kommt der junge Hilfspfarrer Joseph Mohr nach Oberndorf bei Salzburg, wo er Armut und Hoffnungslosigkeit vorfindet. Mit Predigten und Liedern in deutscher statt lateinischer Sprache versucht er, bei den Menschen in seiner Gemeinde die Hoffnung des Glaubens zu wecken. Doch die alten Traditionen scheinen stärker zu sein. Mohrs Vorgesetzter fordert Gottesdienste auf Latein und Abstand zum einfachen Volk. Bald steht der junge Pfarrer kurz davor, seine Hoffnung zu verlieren. Soll er die Stelle wechseln? Doch was wird dann aus den Menschen, die ihm anvertraut sind? Am Heiligabend 1818 ein letzter Versuch: Gemeinsam mit dem Dorflehrer Franz Xaver Gruber hat er ein Lied verfasst, das heute in aller Welt gesungen wird: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Der Film war für die Konfirmanden in unserer Gemeinde der Anlass, die Geschichte von Joseph Mohr am Heiligabend 2018 zum 200-jährigen Jubiläum des Liedes als Theaterstück zu zeigen. Der Film ist stellenweise etwas eindimensional, so wird der Vorgesetzte doch sehr negativ gezeichnet. Zugleich sind die Sorgen und Nöte der Menschen im Jahr 1818 treffend geschildert. Der Film ist ein Hoffnungsfilm für schwere Zeiten. Zielgruppe sind Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Die Sterbeszene eines Kindes fordert dazu auf, Weihnachten mit Leid und Trauer in Beziehung zu setzen. Die Heilige Nacht ist kein Familienfest in Ruhe und Harmonie. Die Heilige Nacht ist vielmehr das Fest, an dem Gott sein Licht in diese Welt schickt. Egal, welche Sorgen auf uns liegen, nach diesem Film verstehen wir Weihnachten anders als vorher. Und auch das bekannte Lied werden wir fortan anders singen... (Matthias Lüskow, Dezember 2018)

♦ DVD: Gottes mächtige Dienerin. Die Frau hinter dem Papst, Polyband Medien München 2011, FSK 6. 

Ordensschwester Pascalina wird in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von ihrer Oberin nach München geschickt, um dem neuen Botschafter des Papstes den Haushalt zu führen - für Pascalina eine schicksalhafte Begegnung: Sie wird zu seiner Privatsekretärin und persönlichen Referentin - bis ihre Mitschwestern sie beschuldigen, auch im Schlafzimmer des Botschafters ein und aus zu gehen. Pascalina wird zurück ins Mutterhaus gerufen, soll beichten und sich erneut zu ihrem Gelübde bekennen. Entrüstet weist sie dies zurück...

♦ DVD: Unter Bauern. Retter in der Nacht. Eine Geschichte über Zivilcourage, Loyalität und Menschlichkeit, 3L Film Dortmund 2010, FSK 12.

Das historische Drama porträtiert katholische Bauern im Münsterland, die von 1943 bis 1945 eine jüdische Familie bei sich aufnahmen und versteckten. Die Bauern gehörten keinem politischen Widerstand an, es waren einfache Menschen, die ihrem Gewissen folgten. Ihre moralischen Werte waren ihnen wichtiger als die Gesetze des Führers in Berlin. „Die Geschichte vom Widerstand stiller Helden kommt ohne jeden Pathos aus und ist spannender als jeder Thriller.“ (Blickpunkt Film)

♦ DVD: Sophie Scholl. Die letzten Tage, Warner Home Video Germany Hamburg 2005, FSK 12.

Februar 1943: Bei einer Flugblatt-Aktion gegen die Nazi-Diktatur wird die junge Studentin Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder Hans in der Münchener Universität verhaftet. Nervenaufreibende Verhöre bei der Gestapo entwickeln sich zu Psycho-Duellen zwischen der Widerstandskämpferin und dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr. Sophie kämpft zunächst um ihre Freiheit und um die ihres Bruders, stellt sich schließlich aber durch ihr Geständnis schützend vor die anderen Mitglieder der „Weißen Rose“ und schwört ihren Überzeugungen auch dann nicht ab, als sie dadurch ihr Leben retten könnte... Dass Sophie Scholl ihren Weg als evangelische Christin ging, wird in diesem Film nicht verschwiegen.

♦ DVD: Saint Jacques... Pilgern auf Französisch, Schwarz Weiß Filmverleih Bonn 2005, FSK 6.

Clara, Claude und Pierre sind entsetzt: Das Erbe ihrer Mutter wird erst ausbezahlt, wenn sich alle drei zusammen als Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. Schlimmeres können sich die drei kaum vorstellen, denn erstens können sie sich gegenseitig nicht riechen und zweitens geht ihnen Wandern grundsätzlich gegen den Strich. Doch das Geld können alle gut gebrauchen und so schließen sie sich laut protestierend einer illustren Reisegruppe an. Dort müssen sie feststellen, dass sie beileibe nicht die einzigen widerwilligen Teilnehmer sind. Reiseleiter Guys Fernbeziehung steht kurz vor dem Kollaps, der junge Araber Said ist bloß der Liebe wegen hier und sein unbedarfter Cousin im Schlepptau wähnt sich auf dem Weg nach Mekka. Alle haben sie viel zu viel Gepäck dabei und von Gruppendynamik ist zunächst noch keine Spur zu entdecken. Doch der Weg nach Santiago ist lang und die Reise dahin voller überraschender Einsichten.

♦ DVD: Machine Gun Preacher. Hoffnung ist die stärkste aller Waffen, Universum Film München 2012, FSK 16.

Als früherer Biker und Drogendealer hatte Sam Childers sich jahrelang dem kriminellen Leben verschrieben, bis er durch eine spirituelle Eingebung zum Pastor wird und seine Berufung findet: die Rettung von Waisen und Kindersoldaten in Ostafrika! Sam baut ein Waisenhaus, doch die ansässigen Milizen greifen immer wieder an. Der Pastor bewaffnet sich und nimmt den Kampf gegen die Milizen auf, um so viele Kindersoldaten wie möglich zu befreien. Basierend auf der wahren Lebensgeschichte von Sam Childers.

♦ DVD: Machine Gun Preacher. Dokumentation: Söldner oder Missionar?, SCM Hänssler Holzgerlingen 2014, FSK 16.

Er zieht los, um Kinder zu retten - mit seiner Bibel in der einen Hand und dem Maschinengewehr in der anderen. Als Sam Childers sieht, was den Kindern im Sudan angetan wird, packt ihn das nackte Grauen. Der ehemalige Drogendealer weiß: Hier ist er als Christ gefragt. Childers gibt sein komfortables Leben in den USA auf, reist in den Sudan, gründet ein Heim für Waisen und verkündet das Evangelium. Um entführte Kinder zu befreien, schreckt er auch vor Waffengewalt nicht zurück. Sein radikaler und unorthodoxer Lebensstil wirft viele Fragen auf: Wie weit soll man gehen, um das Leben von Kindern zu retten? Der Dokumentarfilm richtet sich an ein theologisch interessiertes Publikum, das an einem differenzierten Bild des Machine Gun Preacher interessiert ist.

♦ ARD-Mediathek: Nur eine Handvoll Leben, ARD 2016.

Thomas und Annette Winterhoff bilden mit ihren beiden Töchtern aus erster Ehe eine moderne Patchworkfamilie. Die Geburt eines gemeinsamen Kindes soll ihr Glück perfekt machen. Und auch wenn Annette mit Anfang 40 als Risikoschwangere gilt, fallen beide aus allen Wolken, als sie die niederschmetternde Diagnose „Trisomie 18“ erhalten. Die Lehrerin und der Arzt geraten in einen Zwiespalt. Dabei offenbaren sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden: „Wir wollten nehmen, was kommt“, betont Annette Winterhoff, die exzellent von Annette Frier verkörpert wird. Sie möchte ihr Ja zum Kind nicht durch weitere Untersuchungen beeinflussen. Ihr Mann weiß als Mediziner genau, was durch den Befund auf sie zukommt. Er sorgt sich darum, den eventuellen Anforderungen nicht gerecht zu werden. Gewürzt wird die Situation durch die zwei sehr unterschiedlichen Töchter. Annettes 15-jährige Julia ist nur genervt von der neuen Familie und verwünscht das Baby. Sie möchte zu ihrem leiblichen Vater ziehen. Als sie von der Diagnose erfährt, fühlt sie sich hinterher schuldig. Die zehnjährige Eva hatte vor fünf Jahren schon den Krebstod ihrer leiblichen Mutter zu verarbeiten. Thomas möchte ihr deswegen einen weiteren Verlust nicht zumuten. Die Familie geht durch ein emotionales Wechselbad der Gefühle. Sollen sie dem Kind ein kurzes, erbärmliches, schmerzvolles Leben ersparen, oder darf es leben? Ohne die eine oder andere Denkweise zu verurteilen, greift der Film ein sensibles und sehr emotionales Thema gekonnt auf und zeigt, wie existenziell der dargestellte Konflikt Menschen verändern und berühren kann. (pro 24.03.2016)