Diakon Andreas Litzke

Foto: Ralph Voß


Ein neuer Diakon stellt sich vor…

Mein Name ist Andreas Litzke. Am 1. August 2021 habe ich mit meiner Arbeit als Diakon im Bereich „Region Mitte“ des Kirchenkreises Münden begonnen. (Die „Region Mitte“ reicht in etwa von Volkmarshausen über Hann. Münden bis nach Hedemünden.) Zu meinem Aufgabenbereich werden Bildungsangebote, Kultur und Kirche, Kirche und Tourismus sowie regionale Angebote in der Konfirmandenarbeit gehören. Ich freue mich auf die gemeinsame Zusammenarbeit mit meinen neuen Kolleginnen und Kollegen genauso wie auf ein anregendes, kreatives Miteinander mit den vielen Ehrenamtlichen hier vor Ort, die mit ihrem so oft unermüdlichen Engagement unsere Kirche und Gesellschaft immer wieder tatkräftig unterstützen.

Ursprünglich komme ich aus der Region Hannover. Im dort gelegenen Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf habe ich auch vor Kurzem mein Anerkennungsjahr als Diakon abgeschlossen. Nun habe ich hier, wo von zahlreichen Wäldern umgeben die Weser ihren Anfang nimmt, eine neue, wunderschöne Heimat gefunden.

Der Beruf des Diakons ist für mich aber nicht, wie bei den meisten, gleichzeitig der Start in das Berufsleben. Ich bin das, was man einen „beruflichen Quereinsteiger“ nennt. Daher bringe ich auch schon Einiges an Erfahrungen für meine neue Arbeit mit:

Mein Studium in Geschichte, Evangelischer Theologie und Pädagogik habe ich bereits im Jahr 2000 abgeschlossen. Nach dem Studium lernte ich unsere Landeskirche in ihrer Vielfalt als verantwortlicher Projektmanager für den Pilgerweg Loccum-Volkenroda kennen. Seither ist der Weg der einzige durch eine Landeskirche verantwortete Pilgerweg in Deutschland. Er führt in Richtung Hann. Münden bis zum Kloster Bursfelde auch ein längeres Stück an der Weser entlang. An der Planung der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands zur Gestaltung des Reformationsjubiläums „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ wirkte ich ebenfalls grund-legend mit. Danach war ich einige Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leibniz Universität Hannover aktiv. Dort setzte ich den „Ökumenischen Pilgerweg Via Porta“ im Landschaftsraum Thüringen, Tschechien und Bayern um. Des Weiteren arbeitete ich an der Universität an einem internationalen Kooperationsprojekt mit dem Technion in Haifa (Israel Institute of Technology) mit. Ziel dieses Forschungsprojektes mit gemeinsamen Workshops in Deutschland wie Israel war die Erforschung der Geschichte der beruflichen Umorientierung von Menschen jüdischer Herkunft und jüdischen Glaubens im Rahmen ihrer Emigration ins heutige Israel in der Zeit vor 1945.

Nun möchte ich meine vielfältigen Erfahrungen, zu denen auch ein langjähriges ehrenamtliches Engagement in Kirche und Gesellschaft gehört, wieder in eine Tätigkeit für unsere evangelische Kirche einbringen. Denn für mich ist ein Beruf mit deutlicher ethischer Kontur wichtig, der klar am Menschen und der Welt orientiert ist.

Als künftiger Diakon sehe ich meine Aufgabe darin, aus einem weltzugewandten Verständnis von Christentum daran mitzuwirken, Orientierung und Rückbindung (lat. „religio“) zu vermitteln. Bewahrung der Schöpfung und ein menschliches Miteinander sind mir dabei besonders wichtig. Auch wenn die traditionelle Bindung an „die Kirche“ abnimmt, besteht vielfach ein unreflektiertes Bedürfnis nach Spiritualität fort. Davon bin ich fest überzeugt. Gerade die Erfahrungen mit der Coronapandemie haben mir gezeigt, wie wir Menschen auf besondere, sogar auf bislang ungeahnte Weise in unserem Leben herausgefordert sein können. Hierfür und für vieles andere brauchen wir alle ein festes Vertrauen und eine starke innere Rückbindung, die uns und unser Leben tragen. – Ich habe dafür viel gesammelt, Vieles möchte ich nun gern weitergeben.