Der verfluchte Duft des Geldes

Wir schreiben das Jahr 33 nach Christus. Die Weltgeschichte wird auf den Kopf gestellt. Ein Mann namens Jesus bricht die Welt entzwei. Entweder man ist für ihn oder gegen ihn.

Seine Hinrichtung hat dem Land keine Ruhe gebracht. Die Diskussion geht weiter. Aktuell steht einer seiner Nachfolger im Fokus der Öffentlichkeit: Judas, einer der Apostel, soll Jesus verraten und verkauft haben. Doch was hat er mit dem Geld gemacht, das er vom Hohen Rat erhalten hat? Wo ist das Geld geblieben? Wurde Judas vielleicht sogar erpresst und in den Selbstmord getrieben?

Wir schreiben das Jahr 2015. Die Konfirmanden hören gebannt zu. Kerzen erhellen den Tisch. Datteln und andere orientalische Köstlichkeiten stehen bereit. Das Rollenspiel kann beginnen. Neben dem Hohenpriester Itai sitzt seine Frau Tamar. Sie sagt, wo es lang geht, das lernt Itai im Laufe des Spiels. Uns begegnet auch Roni, die Witwe von Judas, und Leandria, die erfolgreichste Immobilienmaklerin der Stadt. Am Anfang verstehen wir nur Bahnhof, zu fremd sind allein schon die Namen. Jeder Jugendliche hat eine Verkleidung erhalten, und so wachsen wir schließlich doch in unsere Rollen hinein und tauchen ab in eine andere Welt.

Kurz vor Mitternacht haben wir dann endlich heraus gefunden, wo das Geld geblieben ist. Und ganz nebenbei haben wir darüber debattiert, was nun von diesem Jesus zu halten ist.

Es gibt tatsächlich christliche Krimispiele, die man guten Gewissens mit Freunden spielen kann. Da muss man erst mal drauf kommen. Deshalb ist diese Andacht ein Werbeblock für das Werk von Ingo Müller und Tobi Liebmann: Die verschollenen Kapitel – acht interaktive Krimispiele, zu bestellen bei www.ejw-buch.de.

Wie lässt sich der Glaube in den Alltag holen? Diese Frage treibt mich um. Bisher dachte ich dabei vor allem an christliche Bücher und Filme. Ein Spieleabend hingegen ist ein echtes Gemeinschaftserlebnis. Ich staune, auf was für kreative Ideen Menschen kommen, um den Glauben in den Alltag zu holen. Danach braucht es natürlich noch mutige Menschen, die die neue Idee auch ausprobieren. Viel Spaß dabei!

06.02.2016