Unser Kreuz heißt Nächstenliebe

Urlaub in Bayern: Gipfelkreuze, Wegkreuze, Kruzifixe überall und neuerdings auch im Eingangsbereich jeder Landesbehörde. „Das Kreuz ist kein Zeichen einer Religion“, hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zur Begründung seines Kreuz-Erlasses gesagt. Das Kreuz sei stattdessen ein „Bekenntnis zur Identität“ und zur „kulturellen Prägung“ des Freistaates.

Die Geschichte der politischen Vereinnahmung des Christentums beginnt bereits unter Kaiser Konstantin im Jahr 313. Kaum ist das Christentum erlaubt, wird es auch schon politisch instrumentalisiert. Gerade erst seit 100 Jahren sind Christen in Deutschland wieder frei von politischer Bevormundung. Staat und Kirche sind getrennt. Und das ist gut so. Es ist gut, dass evangelische wie katholische Bischöfe dem Kreuzerlass widersprochen haben. Es ist gut, dass evangelische wie katholische Christen sich nicht von einem staatlich verordneten Kreuz in die Irre führen lassen.

Jede Kirchengemeinde in Bayern kennt den Konflikt mit ihrer CSU, wenn es um das Thema Kirchenasyl und Verantwortung für Flüchtlinge geht. Unser Kreuz heißt Nächstenliebe. Nächstenliebe bedeutet nicht, dass die ganze Welt in Deutschland Zuflucht findet. Aber Nächstenliebe bedeutet eben auch nicht, dass wir die Grenzen schließen und unsere Gipfelkreuze bewundern, während im Mittelmeer unzählige Mensche ertrinken.

Jesus am Kreuz erinnert uns daran, wozu Menschen fähig sind, im Guten wie im Bösen. Welchen Weg wählt unser Land? Ich weiß es nicht! Doch für den guten Weg will ich kämpfen, das weiß ich. Mein Kreuz heißt Nächstenliebe!

14.07.2018