Weihnachten lebt vom Mitmachen

Was ist eigentlich ein schöner Weihnachtsgottesdienst? Familien wünschen sich ein Krippenspiel. Ältere Besucher freuen sich über die stimmungsvolle Musik eines weihnachtlichen Chores. Die Weihnachtsgeschichte wollen alle hören, gern verteilt auf mehrere Sprecher, zum behutsamen Mitgehen und Verweilen. Viele Kirchengemeinden bieten das alles an, natürlich verteilt auf mehrere Gottesdienste. Die Zahl der Mitwirkenden ist beeindruckend. Allein an den 35 Krippenspielen im Altkreis Münden haben sich rund 700 Kinder und Jugendliche beteiligt, hinzu kommen Chöre und Flötenkreise, Solosänger und Vorleser. Weihnachten zeigt den Reichtum unserer Gemeinden. Wollte man alle Beteiligten bezahlen oder mindestens mit einem ordentlichen Geschenk versorgen, so wäre der Jahresetat jeder Kirchengemeinde schnell aufgebraucht. Weihnachten ist unbezahlbar. Gewiss: Weihnachten würde auch funktionieren, wenn der Pastor den Gottesdienst hält und der Organist die Orgel spielt. Aber das wäre eben nur die Grundversorgung. Jeder stimmungsvolle Weihnachtsgottesdienst lebt vom Mitmachen.

Was für Weihnachten gilt, gilt auch für die Kirche insgesamt. Mit unseren Kirchensteuern finanzieren wir die Grundversorgung: der Pastor hält Gottesdienst, der Organist spielt die Orgel, die Diakonie ist ansprechbar für Menschen, die Hilfe brauchen. Die Grundversorgung lässt sich finanzieren. Eine lebendige Gemeindearbeit hingegen ist unbezahlbar. Das Weihnachtsfest führt mir jedes Jahr vor Augen: Eine lebendige Kirche lebt vom Mitmachen, sonst gibt es nur die Grundversorgung.

27.12.2014