Jens Herbort, Vera Fricke, Thomas Henning, Jutta Pabst. Es fehlt Susanne von Ass. Foto: Bettina Sangerhausen

Bitte Platz nehmen: Ich höre Dir zu!

Ehrenamtliche der Diakonie in Münden stehen demnächst regelmäßig bereit, ein offenes Ohr zu haben – oder besser gesagt: sitzen bereit.  Von April bis September hat immer mittwochs, 10 bis 12 Uhr, die Zuhörbank „geöffnet“. Die Bank in der Langen Straße in Hann. Münden, gegenüber der Rosen-Apotheke, wird dann mit bequemen Kissen bestückt, ein farbenfrohes Plakat von Katja Töpfer, Freie Kunst und Grafik aus Großenrode, verrät, um was es geht, und ein:e Ehrenamtliche:r der Diakonie lädt ein, Platz zu nehmen und zu reden. 

Was bisher als zeitlich begrenztes Angebot schon immer mal wieder in der Mündener Altstadt zu finden war, soll damit eine feste Einrichtung werden, skizziert es Barbara Jankowski von der Kirchenkreissozialarbeit und Lebensberatung, einfach eine niedrigschwellige Möglichkeit für Menschen, die sich freuen, wenn ihnen jemand zuhört.

Die Ehrenamtlichen, Jens Herbort, Vera Fricke, Thomas Henning, Jutta Pabst und Susanne von Ass, haben mit dem Format zum Teil bereits Erfahrungen. Und diese waren durchweg positiv, berichten sie. Man komme ins Gespräch, und auch, wenn ringsum einiges los ist, nehme man das gar nicht mehr wahr, sondern konzentriere sich auf sein Gegenüber. Es sei „eine tolle Sache“, sagt Thomas Henning, ein Angebot gegen Vereinzelung und Einsamkeit oder eben auch einfach für einen netten Plausch. Neu im Team ist Jens Herbort. Er hatte aus Neugier einmal selbst auf der Bank Platz genommen und fand „die Idee so zauberhaft“, dass er sich entschloss mitzumachen. Es werden auf der öffentlichen Bank keine Beratungsgespräche geführt, macht Barbara Jankowski deutlich, die Zuhörer:innen sind nicht dazu da, Ratschläge oder Kommentare zu geben, die Betonung liegt auf dem Zuhören. Vertraulichkeit wird garantiert. Doch wenn sich jemand nach einer Beratung erkundigt, wird die Person dann natürlich auch an die richtige Stelle geleitet.

Los geht´s am Mittwoch, 8. April. Bis wie lange in den Spätsommer das Angebot aufrechterhalten wird, ist vom Wetter abhängig. Generell gilt: Wenn es draußen zu unwirtlich ist, fällt die Zuhörbank aus, geplaudert wird nur bei „Bankwetter“. 

Bettina Sangerhausen

Die Zuhörerbank in Hann. Münden

Die Bank wurde in zwei Arbeitseinsätzen gestaltet von Konfirmandinnen und Konfirmanden der Kirchengemeinde Gimte-Hilwartshausen und der Stadtkirchengemeinde Münden mit Pastorin Ann-Karin Wehling. Mit von der Partie waren Jule Hafer, Martha Georg, Elisabeth Clausen, Ole Müller, Gabriel Schäfer, Samuel Dockenfuß und Mika Pröve. Im Innenhof des Corvinushauses wurde geschliffen, grundiert und bemalt, bis das Sitzmöbel mit Herz und Fantasie farbenfroh fertig war.

Foto: Ann-Karin Wehling

Einige der kreativen Konfirmand:innen mit ihrem Werk (von links): Jule Hafer, Martha Georg, Elisabeth Clausen, Ole Müller und Gabriel Schäfer.

Woche der Diakonie 2023

Vom 3. bis 10. September 2023 wurde in ganz Deutschland die Woche der Diakonie begangen. In diesem Jahr feiert die Diakonie ihr 175-jähriges Bestehen. Eine Rede von Johann Hinrich Wichern 1848 auf dem Ev. Kirchentag in Wittenberg gilt als die Geburtsstunde der Diakonie. Zornig wirft er der versammelten Geistlichkeit vor, dass sie die neue Armut, grade in den Städten, ignoriert. Man muss wahrnehmen, was die Situation der Menschen ist. Es muss etwas getan werden - aus Liebe zu den Menschen.

Daher ist das Motto der Woche der Diakonie 2023 #ausLiebe.